Vor über vier Jahren (Kinder, wie die Zeit vergeht) gab es an dieser Stelle zwei Sprachtipps zum Thema Anführungszeichen [11/2005, 12/2005]. Hier ein kleines Update aus aktuellem Anlass.
Immer mehr Autoren, Journalisten, Texter, aber auch Setzer und Gestalter geben sich offensichtlich willen- und/oder ahnungslos der Verführung hin, stets die englischen Anführungszeichen und nicht die deutschen zu verwenden. Zusätzlich wird gern noch verwechselt, wo die Anführungszeichen in beiden Sprachen im Satz stehen.
Zur Erinnerung:
Deutsch
„Man ist glücklich verheiratet“, so Heinz Rühmann, „wenn man lieber heimkommt als fortgeht.“
Merke: Die Anführungszeichen stehen VOR der wörtlichen Rede/dem Zitat UNTEN (je nach Schrift gerade Anführungszeichen oder typografische Anführungszeichen, die wie kleine Neunen aussehen), NACH der wörtlichen Rede OBEN, dann sehen die Anführungszeichen aus wie kleine Sechsen. Bitte beachten: Das Anführungszeichen oben nach dem ersten Teil des Zitats steht VOR dem Komma.
Englisch
“Love comes unseen,” says the poet Austin Dobson and adds, “we only see it go.”
Hier stehen die Anführungszeichen immer oben – bei typografischen Anführungszeichen am Anfang des Zitats oder der wörtlichen Rede als kleine Sechsen, am Ende als kleine Neunen. Bitte beachten: Das Anführungszeichen nach dem ersten Teil des Zitats steht NACH dem Komma.
Lassen Sie sich nicht in Versuchung führen, die kleinen Unterschiede in der Zeichensetzung der beiden Sprachen zu missachten. Aufmerksame Leser werden es Ihnen danken.
Ihre Heike Virchow
PS: Sie haben Fragen oder sprachliche Beobachtungen gemacht, die ich in meinem Sprachtipp aufgreifen soll? Dann bitte eine kurze Mail schicken an: hvirchow@textpertise.de




