Sie auch? Dann können Sie sich gratulieren, denn es ergeht Ihnen wie fast allen börsennotierten Unternehmen, zahlreichen Parteien und Organisationen.
Jeder, der heute etwas von sich hält, hält sich für „gut aufgestellt“. Soll heißen, bestens (aus-)gerüstet für alles, was da kommen mag. Aber Vorsicht, wir befinden uns in einer späten Phase des Phrasendresch-Lebenszyklus: Was anfangs noch innovativ war und das Hinhören herausforderte, hat inzwischen einen etwas schalen Beigeschmack. Vergleichbar mit dem „Schritt in die richtige Richtung“ vor ca. drei Jahren lässt das „Aufgestelltsein“ heute niemanden mehr aufgeregt aufhorchen ob der kreativen Schöpfung.
Und noch mal Vorsicht: In der Schweiz ist „aufgestellt“ nichts anderes als gut gelaunt, unkompliziert, immer fröhlich – gut aufgestellt demnach ein eher ungebräuchlicher Superlativ.
Für die Idee zu diesem Sprachtipp danken wir herzlich einer Leserin aus Hannover, die einst angeblich – in den Augen eines Personalers – „zu breit aufgestellt“ war.
Wundern Sie sich ebenfalls über sprachliche Fehlbildungen? Dann mailen Sie an mailto:hvirchow@textpertise.de; wir greifen Ihre Beobachtungen gern in einem unserer nächsten Sprachtipps auf.
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