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(10/2005) Liebe/r Sprachtipp-Abonnent/-in ...

so beginnt mein Sprachtipp jeden Monat und richtet sich damit gleichermaßen an die weiblichen („Liebe Sprachtipp-Abonnentin“) wie an die männlichen („Lieber Sprachtipp- Abonnent“) Adressaten der Rundmail. Oft liest man aber auch von Aktionär/innen, Mitarbeiter(innen) usw. Wie trägt man also der Gleichstellung von Mann und Frau sprachlich korrekt Rechnung?

Idealerweise sollten Frauen dann explizit genannt werden, wenn sie tatsächlich beteiligt sind. Aus Prinzip von den „Stahlkochern und Stahlkocherinnen“ – oder gar „StahlkocherInnen“ – zu schreiben, wenn in diesem Bereich de facto keine Frauen arbeiten, ist wenig sinnvoll. Genauso wenig sollten wir von den olympischen Synchronschwimmern lesen müssen, weil sich dermaßen tänzerisch bis dato noch nie ein Mann im Wasser getummelt hat, zumindest nicht auf olympischem Niveau.

Die höflichste Variante ist aber in der Tat die Doppelnennung der femininen und der maskulinen Form, also „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, „Aktionärinnen und Aktionäre“. Allerdings: Was tun, wenn der Begriff innerhalb eines Textes mehrfach vorkommt? Da wirkt solch ein dreiteiliger Begriff auf die Dauer doch etwas langatmig.

Hier kommt die so genannte Sparschreibung ins Spiel. Zwei Alternativen gibt es im Unternehmenskontext: 1. der Schrägstrich. Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen oder kurz: Mitarbeiter/-innen. Das heißt, dass ein Begriff wie Kollege/Kollegin auch im Plural nicht weiter verkürzt werden kann, da die weibliche und die männliche Form auf unterschiedlichen Vokalen enden: „Kolleg/innen“ funktioniert nicht. Hier ist die Lösung: 2. Klammern. Buchstaben und Wortteile können in Klammern eingeschlossen werden, also: Kolleg(inn)en, aber auch: Mitarbeiter(innen)

Bei einigen Begriffen ist weder die Setzung eines Schrägstrichs noch einer Klammer möglich (z.B. Ärzte/Ärztinnen); hier müssen beide Begriffe ausgeschrieben werden.

In der Wirtschaftssprache ausdrücklich nicht zu empfehlen ist das große Binnen-I, die „MitarbeiterInnen“ und die „KollegInnen“ sollten Sie in ihren Unternehmenstexten lieber außen vor lassen.

Alle Sprachtipps 2005 mit Themen







Aktuelles 01/09/2011
Kunde RWE auf dem Siegertreppchen
Beim Wettbewerb „Der beste Geschäftsbericht“ des manager magazin hat Textpertise-Kunde RWE in der Kategorie Sprache/DAX Rang 2 erreicht. In der Gesamtwertung der DAX-Unternehmen landete RWE auf Platz 3.

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Sprachtipp April 2010
Verführung der Anführung
Vor über vier Jahren gab es an dieser Stelle zwei Sprachtipps zum Thema Anführungszeichen. Hier ein kleines Update aus aktuellem Anlass.


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