Die Konferenzsprache ist deutsch – oder Deutsch? Wann werden Sprachbezeichnungen groß- und wann kleingeschrieben? Und heißt es IN oder AUF Deutsch/Englisch/Italienisch? Sie sind nicht mal eine DIN-A4-Seite von der ultimativen Erkenntnis entfernt ...
„deutsch“ heißt das Adjektiv – das entsprechend mit einem Kleinbuch-
staben beginnt (die deutsche Sprache, das deutsche Recht, die deutsche Geschichte). Die Kleinschreibung gilt auch in Verbindung mit Verben, wenn es mit „wie?“ erfragt werden kann:
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Sprechen die Touristen deutsch oder holländisch? |
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Kocht ihr lieber italienisch oder mexikanisch? |
Das Adjektiv wird nur dann großgeschrieben, wenn es Teil eines Eigen-
namens oder einer namenähnlichen Fügung ist, z. B. in: Zweites Deutsches Fernsehen, Die Deutsche Bibliothek, Tag der Deutschen Einheit.
Das substantivierte Adjektiv wird dann großgeschrieben, wenn es „deutsche Sprache“ bedeutet und auf die Frage „was?“ antwortet. Nach den Präpositionen auf, in und zu steht ebenfalls grundsätzlich das großgeschriebene „Deutsch“. Es heißt also richtig:
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Die Konferenzsprache ist Deutsch. |
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Sie lernen Deutsch. |
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Sie wird die Rede auf/in Deutsch halten. |
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Das heißt auf Deutsch ... |
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Der Autor hat das Buch auf/in Deutsch geschrieben. |
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Der Geschäftsbericht erscheint auch auf/in Deutsch. |
Das Gleiche gilt für alle anderen Sprachbezeichnungen. Ein wenig ver-
wirrend, aber richtig sind daher die folgenden Schreibweisen: Sie hat zwar gerade englisch (Antwort auf die Frage „wie?“) gesprochen, ihre Muttersprache ist aber Französisch (Frage: was?).
Da ich im Moment noch ganz beseelt von meinem Sommerurlaub in Italien bin: Wussten Sie schon, was Fannulloni sind? Nein, keine neue Pasta-Sorte; es handelt sich hier vielmehr auf Deutsch wortwörtlich um „große Nichtstuer“ (von „fare“ = tun, „nulla“ = nichts, die Endung „-one“ signalisiert eine besonders große Variante des jeweiligen Substantivs) – eine sehr schöne Wortbildung, wie ich finde. Gemeint sind unsere „Blaumacher“, also Menschen, die nicht zur Arbeit erscheinen oder sogar nach Unterzeichnung eines Vertrags nie an ihrer neuen Arbeitsstelle gesichtet werden.
Überzeugt davon, dass Sie nicht zu dieser Gruppe von Menschen gehören, grüße ich für heute herzlich,
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Ihre Heike Virchow




