Schon als Kind – das gebe ich zu – hat es mir Spaß gemacht, weniger sprachsensible Freundinnen und Freunde auf ihren Fehler hinzuweisen, wenn sie statt „das gleiche“ mal wieder „dasselbe“ gesagt haben. Der Duden sieht das Thema heute viel entspannter ...
Bei „derselbe/dasselbe/dieselbe“ handelt es sich – ebenso wie bei „der/die/das gleiche“ – um ein Demonstrativpronomen. Beide drücken eine Übereinstimmung, eine Gleichheit/eine Identität aus:
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Bei jeder Präsentation zeigt er dieselben/die gleichen Folien. |
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Die beiden besuchen dieselbe/die gleiche Universität. |
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Wollen wir uns morgen um dieselbe/die gleiche Uhrzeit hier treffen? |
Vielleicht sind Sie überrascht, dass in allen Beispielen beide Varianten möglich sind? Das liegt daran, dass sich in allen Sätzen aus dem Zusammenhang ergibt, welche Identität (des einzelnen Lebewesens oder Gegenstands bzw. der Art oder Gattung) gemeint ist; Missverständnisse sind nicht möglich, daher sind beide Varianten erlaubt.
Zwingend ist die Entscheidung für entweder „der/die/das gleiche“ oder der-/die-/dasselbe nur noch dann, wenn Missverständnisse möglich sind:
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Er fährt das gleiche Auto wie der Chef. (Identität der Gattung; beide fahren z.B. einen Audi quattro; er einen silbernen Baujahr 2004, der Chef einen schwarzen Baujahr 2005) |
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Sie und ihre Schwester fahren dasselbe Auto. (Identität des Einzelgegenstands; sie teilen sich einen Golf V) |
Übrigens: Auch substantiviert schreibt man „der/die/das Gleiche“, aber „Der-/Die-/Dasselbe“ – und nicht etwa „der/die/das gleiche“, „der-/die-/dasgleiche“ oder „der/die/das Selbe“!
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Ihre Heike Virchow




