(06/2008) Über die nachbarschaftlichen Verhältnisse im Wortschatz
Wenn Ihnen die passenden Worte fehlen, hilft (mal wieder): ein Blick ins Internet!
Wer kennt sie nicht – Situationen, in denen einem einfach die Worte fehlen! Welches Verb passt am besten zu einem bestimmten Substantiv? Welche Präposition ist die richtige?
Abhilfe in solchen Notsituationen schafft ein Online-Wörterbuch der Universität Leipzig.
Der Link: http://wortschatz.uni-leipzig.de
Sie geben dort einfach einen Begriff in das Suchfeld ein und bekommen allerlei Informationen zu Ihrem Begriff, Verwendungsbeispiele und – ah, da sind sie ja – eine Liste mit den typischen Begleitworten oder Wortnachbarn (Kookkurenzen).
Nehmen wir beispielsweise das Wort „Berechnungen“ und nehmen wir an, wir suchten ein passendes Verb, weil wir nicht sicher sind, ob man Berechnungen macht, durchführt oder ob es da nicht doch noch ein stärkeres Verb gibt. Im Wortschatz der Uni Leipzig finden sich als rechte Wortnachbarn (denn wir suchen ja das Verb, das gewöhnlich hinter dem Begriff, also sozusagen rechts davon, steht): anstellen, erstellen, basieren oder ergeben. Fein, da haben wir’s doch: Wir stellen Berechnungen an.
Und ganz nebenbei erfahren wir auch, dass Herr Raffelhüschen offenbar ein sehr regelmäßiger Ersteller von Berechnungen ist, sonst wäre er hier nicht mit so vielen Treffern vermerkt. Aber auch Herr Rürup und (ach, das ist ja schon lange her) Herr Eichel sind/waren offenbar sehr aktive Berechner.
Da haben wir aber auch schon den Finger in die Wunde des Wortschatzes gelegt: Das Angebot der Uni Leipzig ist nämlich eine Suchmaschine, die – zwar wunderbar intelligent programmiert – ja doch nur erfasst, was das Internet zu bieten hat. Und wie wir wissen, hat das Internet nicht immer Recht. Da hilft nur: die Angabe der Häufigkeit der im Internet registrierten nachbarschaftlichen Verhältnisse genau betrachten und mitdenken. Nur dann ist der Wortschatz eine verlässliche Quelle.
Ihre Heike Virchow




