Unabhängig davon, dass wir nach einer dichten Arbeitswoche (oder nach drei arbeitsfreien und ereignisreichen Tagen rund um Pfingsten) zu Recht völlig geschafft sind – was hat es eigentlich mit dem Verb „schaffen“ auf sich? Wann verwendet man „geschafft“ und wann „geschaffen“, wann „schaffte“ und wann „schuf“?
„Die neue Rechtschreibung hat bei diesem Thema endlich Ordnung geschafft“, hieß es im Sprachtipp Mai, mit dem Versprechen, dass in diesem Monat die Erläuterung folgt, warum wir denn hier nicht „geschaffen“ sagen und schreiben.
In den Bedeutungen „vollbringen, erzielen, arbeiten, an einen anderen Ort bringen“ wird „schaffen“ schwach gebeugt. Das heißt, die Vergangen-
heitsform heißt „schaffte“ und das Partizip „geschafft“. So wie oben im Beispielsatz: Hier hat die Rechtschreibreform für Ordnung gesorgt, sie war also im Sinne von „vollbringen, erzielen“ aktiv. Weitere Beispiele:
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Wir haben alle Korrekturen an einem Tag geschafft. |
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Beide haben die Prüfung letztlich nicht geschafft. |
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Noch in der 89. Minute schaffte die Mannschaft den Ausgleich. |
In den Bedeutungen „schöpferisch/gestaltend hervorbringen, entstehen lassen“ müssen wir „schaffen“ dagegen stark beugen und „schuf, geschaffen“ sagen und schreiben:
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Auch im vergangenen Jahr haben Mittelständler die meisten Arbeitsplätze geschaffen. |
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In sechs Tagen schuf Gott Himmel und Erde. |
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Er hat überwiegend sehr verstörende Kunstinstallationen geschaffen. |
Manchmal sind aber auch beide Formen möglich, etwa hier: „Die Ab-
teilung hat perfekte Voraussetzungen für die Umsetzung der Maßnahmen geschafft/geschaffen.“ Denn hier kann „schaffen“ sowohl „erzielen“ als auch „entstehen lassen“ bedeuten.
Falls ich es nicht geschafft haben sollte, Ihnen die Unterschiede von starker und schwacher Beugung einleuchtend zu erläutern, mailen Sie mir bitte Ihre Rückfrage: hvirchow@textpertise.de
Ihre Heike Virchow




