Auch wenn es grammatisch nicht ganz korrekt ist, kann in einem Satz mal ein Wort ausgelassen werden. Das spart Platz , was vor allem in Überschriften wichtig sein kann, und tut gar nicht weh.
„In guten wie in schlechten Zeiten“ – das ist wohl das berühmteste Beispiel für eine sogenannte Ellipse, eine Auslassung. Hier ist ganz klar, worauf sich das „guten“ bezieht; jeder versteht den Inhalt des Satzes auf Anhieb. Das Substantiv „Zeiten“ kann im ersten Teil des Satzes ausgelassen werden, man denkt es sich automatisch dazu. Das funktioniert so gut, weil die guten wie die schlechten Zeiten von „in“ abhängen, der Kasus (der grammatische Fall) der Adjektive („guten“ und „schlechten“) also gleich ist.
Was aber, wenn der Kasus nicht gleich ist? Genau genommen dürfte dann das Substantiv nicht weggelassen werden. Das hätte dann aber wiederum zur Folge, dass der gesamte Satz schwerfällig würde. Folglich wäre es vollkommen in Ordnung zu sagen „mit oder ohne Hunde“, anstelle von „mit Hunden oder ohne Hunde“. Das Substantiv, hier „Hunde“, steht bei einer Ellipse in dem Kasus, den der Begleiter erfordert, der am nächsten am Substantiv steht, hier also „ohne“ (+ Akkusativ), nicht „mit“ (+ Dativ). Falsch wäre hier also „mit oder ohne Hunden“.
Folgendes Beispiel ist mir gerade während der Arbeit an den Geschäftsberichten begegnet:
> Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäfts-
verlauf <
Richtig?
Richtig! Hier ist es wie bei dem Hunde-Satz: Der Geschäftsverlauf richtet sich mit seinem Kasus nach „mit“, nicht nach „des“ – es heißt also nicht „Geschäftsverlaufs“.
Wer es ganz bombenfest und unelliptisch liebt, formuliert so:
| Vergleich zwischen dem tatsächlichen und dem prognostizierten Geschäftsverlauf | |
| Vergleich von tatsächlichem und prognostiziertem Geschäftsverlauf | |
| Vergleich des tatsächlichen und des prognostizierten Geschäftsverlaufs |
So, heute bin ich auch elliptisch, lasse jegliche Schnörkel aus und verabschiede mich ganz prosaisch mit
Ihre Heike Virchow




