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(01/2007) Mein guter Vorsatz

Das neue Jahr fangen viele von uns mit guten Vorsätzen an: endlich wieder mehr Sport treiben, gesünder essen, mehr Zeit für Freunde und Familie einplanen ... Mein guter Vorsatz lautet: noch kritischer sein, besonders wenn es um den Duden geht.

Den Duden akzeptieren viele klaglos, widerspruchslos. An irgendetwas will man sich ja schließlich in dieser in Sachen Rechtschreibung unsicheren Zeit noch halten können. Nicht immer ist der Duden jedoch die erste Wahl. Oft lohnt der Rückgriff auf das eigene Urteilsvermögen. Ein paar Beispiele:
Ist es wirklich sinnvoll, „Erfolg versprechend“ (Duden* S. 375), aber „gewinnbringend“ (Duden S. 455) zu schreiben? Wo ist der Unterschied? Beide Begriffe sind doch Zusammensetzungen aus Substantiv und Partizip. Ich empfehle meinen Kunden daher, die gelb unterlegten Empfehlungen des Dudens wirklich nur als das – als Empfehlungen – anzusehen und in diesem Fall beide Begriffe zusammenzuschreiben.
Wie gut lesbar ist ein Wort wie „Desktoppublishing“ (Duden S. 312)? Warum sollen wir so tun, als ob der Begriff ein deutscher wäre und ein Wortmonster mit dem sinnfreien „toppub“ in der Mitte entstehen lassen? Warum dürfen wir nicht (wie in der Ursprungssprache) Desktop Publishing schreiben? Ich tu’s. Denn Bindestriche gibt es in den meisten Texten schon genug.
Apropos: Zu viele Bindestriche innerhalb eines Textes entstehen spätestens dann, wenn man – wie es viele tun – die Möglichkeit, die auch der Rechtschreibrat vorsieht, unübersichtliche Zusammensetzungen mit Bindestrich zu schreiben, allzu großzügig auslegt. Wie der Duden zum Beispiel, der empfiehlt, „Umsatzsteuer-Tabelle“ zu schreiben. Was genau ist verkehrt an der „Umsatzsteuertabelle“? Mit Empfehlungen wie dieser leistet er „Mehrzweck-Hallen“ und „Förderungs-Programmen“ unnötig Vorschub.
Leider hat der Duden inzwischen auch das Deppenapostroph legalisiert, siehe „Willi’s Würstchenbude“ (Duden S. 36). Hierbei handelt es sich um eine Eigenmächtigkeit des Dudens;
in der amtlichen Regelung der deutschen Rechtschreibung ist diese Variante nicht vorgesehen. (Mehr Informationen zum Deppenapostroph: www.deppenapostroph.de; www.apostrophen-alarm.de)

Ich kann jeden daher nur ermutigen, in puncto Rechtschreibung eigene (aber fundierte) Wege zu gehen. Gern mit mir.
* 24. Auflage 2006


Alle Sprachtipps 2007 mit Themen







Aktuelles 01/09/2011
Kunde RWE auf dem Siegertreppchen
Beim Wettbewerb „Der beste Geschäftsbericht“ des manager magazin hat Textpertise-Kunde RWE in der Kategorie Sprache/DAX Rang 2 erreicht. In der Gesamtwertung der DAX-Unternehmen landete RWE auf Platz 3.

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Sprachtipp April 2010
Verführung der Anführung
Vor über vier Jahren gab es an dieser Stelle zwei Sprachtipps zum Thema Anführungszeichen. Hier ein kleines Update aus aktuellem Anlass.


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